Longboard kaufen: Die besten Expertentipps

Frau mit Longboard auf der StraßeDu möchtest dein ideales Longboard kaufen?

Welches Longboard passt zu mir und eignet sich für meinen Fahrstil?

Können Anfänger günstige Longboards kaufen und halten sie was sie versprechen?

Antworten auf diese Fragen und Expertenwissen auf den Punkt gebracht findest du in diesem Ratgeber zum Longboard-Kauf.

Anleitung: Longboard kaufen leicht gemacht

Folge dieser Schritt für Schritt Anleitung und erfahre wie du dein perfektes Longboard kaufen kannst.

1. Finde deinen Fahrstil

Jeder der ein Longboard kaufen will muss wissen wie er es einsetzen wird. Anders ausgedrückt: Die wichtigste Frage beim Longboard-Kauf ist für welche Disziplinen willst du es nutzen?

Cruising, Freeride, Downhill und Slalom sind die häufigsten Longboard-Fahrtechniken. In einigen Minuten erfährst du, welcher Fahrstil dich begeistert und worauf du beim Kauf achten sollst.

Cruisen

Cruisen steht für entspanntes Fahren mit dem Longboard. Egal ob auf dem Weg zur Arbeit, Schule oder in der Freizeit, mit jedem Board kann man durch die Gegend fahren. Dennoch gibt es einige Faktoren, die dafür sorgen dass sich die Fahrt flüssig anfühlt und Spaß macht.

Bevorzugt werden eher weiche Rollen mit einer Härte bis zu 80A. Sie bieten viel Gripp und sorgen für ein sicheres Fahrgefühl. Außerdem hilft ein Rollendurchmesser mit mehr als 68 mm die erreichten Geschwindigkeiten zu halten. Kleine Rollen beschleunigen zwar schneller, halten die erreichte Geschwindigkeit aber nicht so lange. Am besten eignen sich Boards mit einer Länge von 80 bis 107 cm. Je nachdem wie groß du bist kannst du dein Longboard auch ein wenig größer oder kleiner kaufen.

Das sich Longboards nicht nur für kurze Trips eignen zeigt die Longboardtour von 4 Freunden quer durch Deutschland. Dabei haben die Longboarder insgesamt 1.400 Kilometer in 40 Tagen zurückgelegt.

Carven

Im Grunde genommen geht es beim Carving darum, Strecken mit starkem Gefälle in engen Kurven (Turns) kontrolliert hinunterzufahren.
Das heißt, man fährt mit dem Longboard in Schlangenlinien Hügel hinab und hat die Fahrt im Griff. Auch für diesen Fahrstil eignen weichere Rollen, da sie griffiger sind und damit besser auf der Straße haften. Außerdem helfen Achsen die einen engen Kurvenradius zulassen und Top-Mount Boards.

Häufig wird bei diesem Fahrstil ein Brett mit Cutouts verwendet, damit die Rollen beim Lenken nicht plötzlich vom Brett gestoppt werden („Wheelbites“).

Wie unangenehm Wheelbites sind und warum gute Schutzausrüstung beim Longboard fahren wichtig ist zeigt folgendes Video:

Downhill

Downhill wird auch „bombing“ genannt und ist die Königsdisziplin des Longboarden. Besser gesagt geht es bei keiner anderen Fahrtechnik um mehr Geschwindigkeit und Adrenalin. Mit bis zu 100 kmh und mehr rasen die Fahrer in der Hocke Berge hinunter. Infolge der hohen Risikobereitschaft ist gute Schutzausrüstung wie beim Motorradfahren Pflicht.

Du möchtest die schnellsten Downhill-Fahrten der Welt sehen? Hier findest du den aktuellen Longboard Weltrekord mit Videos und weiteren Informationen.

Als Einsteiger in diesen Fahrstil solltest du ein Drop-Through Longboard kaufen, weil es näher an der Straße liegt und damit mehr Stabilität bietet. Außerdem kannst du mit steigender Erfahrung das Deck einfach zu einem Top-Mount-Longboard machen. Indem du die Achsen an der Deckunterseite montierst wird aus einem Drop-Through ein Top-Mount Longboard.

Fortgeschrittene und Profis können gleich zu einem Top-Mount-Longboard greifen da diese Montageform mehr Gripp in Kurven bietet. Beste Stabilität bieten Longboards mit einer Länge zwischen 94 und 109 cm. Außerdem sollten die Rollen zwischen 70 bis 75 mm Durchmesser und eine Härte zwischen 78 A und 82 A haben.

Freeride

Beim Freeride werden mehrere Disziplinen des Longboardens kombiniert. Es geht bergab, aber nicht mit dem Ziel wie beim Downhill möglichst schnell unterwegs zu sein. Vielmehr geht es um die Kombination von Tricks, coolen Moves und Slides. Kurzum: Es ist der schwerste, aber auch abwechslungsreichste Fahrstil.

Für diesen Fahrstil haben sich tief liegende Drop-Through Longboards mit einer Länge zwischen 96 und 107 cm bewährt. Außerdem sollte die Härte der Rollen dem eigenen Gewicht angepasst werden. Folgende Tabelle dient als Orientierungshilfe:

Gewicht Härte
Bis 75kg 78A – 83A
Zwischen 75 und 90 kg 81A – 84A
Ab 90kg 82A – 86A

Sliden

Sliden bedeutet, das Longboard kontrolliert zum Ausbrechen zu bringen, sodass man quer über die Fahrbahn rutscht. Dabei verlieren die Rollen die Haftung zur Straße und gleiten sicher über den Bodenbelag.

Das Sliden wird mit anderen Fahrstilen kombiniert und oft als Möglichkeit zum Bremsen genutzt. Auch beim Downhill wird häufig mit Slides vor den Kurven die Geschwindigkeit kontrolliert.

Mit ausreichend Übung kann fast jedes Board zum Sliden genutzt werden. Folgenden Longboard-Eigenschaften unterstützen dabei:

  • – möglichst leichtes Deck
  • – ausreichende Deckbreite
  • – steifes Deck (ohne Flex)
  • – harte Rollen ab 88A mit kleinem Duchmesser (weiche Rollen suchen Bodenhaftung)

Slalom

Longboard-Slalom lässt sich am besten mit dem Slalom anderer Sportarten (zB Skifahren oder Skateboardfahren) vergleichen. Es geht darum möglichst schnell viele Kurven zu meistern. Die Kurven sind durch beliebige Gegenstände wie zum Beispiel Hüte gekennzeichnet.

Wer mit dem Longboard Slalom-Fahren möchte sollte ein Board mit einer Länge von 76 bis 86 cm und Rollen mit einer Härte von 78A bis 82A wählen. Außerdem sollte der Rollendruchmesser zwischen 69 und 72 mm groß sein.

Dancen

Dancen stammt ursprünglich aus dem Boardwalking. Kurz gesagt tanzt man während der Fahrt auf dem Longboard. Es geht darum, möglichst viele Bewegungen wie bei einem Tanz zu schaffen. Das wichtigste Kriterium für Dancing ist die Longboard Länge. Da du ausreichend Platz für das Tanzen auf dem Brett brauchst gilt hier: je länger desto besser. Duchschnittlich werden für diese Diszipling 120 cm lange Longboards gekauft.

In diesem Video siehst du, wie cool und souverän man auf Longboards dancen kann:

2. Was muss ich über Rollen wissen?

Die Rollen (eng. Wheels) sind ein wesentliches Entscheidungskriterium beim Longboard Kauf. Sie müssen zum Fahrstil passen und bestimmen Geschwindigkeit, Bodenhaftung und Beschleunigung des Boards.

Rollendurchmesser

Longboard Rollen

Unterm Strich entscheidet der Rollendurchmesser über Geschwindigkeit und Bodenhaftung des Longboards. Der Rollendurchmesser wird in Millimetern angegeben und ist bei den meisten Boards zwischen 65 und 75 mm groß. Andererseits gibt es aber auch Rollen mit bis zu 100 mm Durchmesser.

Geschwindigkeit der Rollen auf den Punkt gebracht:

Kleinere Rollen beschleunigen schneller und sind wendiger, bieten aber weniger Stabilität. Außerdem erreichen sie eine geringere Endgeschwindigkeit weil sie die Geschwindigkeit nicht so lange halten.

Andererseits bieten größere Rollen mehr Stabilität und halten die erreichte Geschwindigkeit länger, beschleunigen aber nicht so schnell wie kleine Rollen. Im Vergleich zu kleinen Rollen sind sie nicht so wendig.

Longboard Rollendurchmesser Beschleunigung Geschwindigkeit

Härtegrad der Rollen

Neben dem Rollendurchmesser ist die Härte der Rollen (Dormeter) das entscheidende Kriterium wenn es darum geht ein passendes Longboard zu kaufen. Die Härte entscheidet, wie viel Gripp und Bodenhaftung das Longboard hat und prägt das Fahrgefühl. Der Härtegrad von Rollen wird in auf der A-Skala angegeben und reicht von 73A (sehr weich) bis 100A (sehr hart).

Vereinfacht gesagt: Je härter die Rollen desto weniger Haftung und bessere Slides, da sie besser rutschen. Weichere Rollen haften besser, sind aber zum Sliden kaum geeignet weil sie mehr Gripp bieten.

Wenn du entspannt durch die Gegen fahren möchtest solltest du eher weichere Rollen wählen. Sie gleiten angenehm über Asphalt und meistern auch kleinere Unebenheiten problemlos. Wenn du aber Sliden möchtest, solltest du ein Longboard kaufen welches härtere Rollen hat, weil weiche Rollen die Bodenhaftung zum Straßenbelag suchen.

3. Die richtige Montageform der Achsen

Die folgenden zwei Arten wie Achsen auf dem Deck befestigt werden sind die wichtigsten Montageformen: Drop-Through und Top-Mount.

Drop Through

Bei Drop-Through Longboards werden die Achsen von oben durch das Board montiert. Somit haben sie einen niedrigeren Schwerpunkt und liegen näher bei der Straße. Diese Montageform vermittelt besonders Anfängern Sicherheit und lässt Fortgeschrittenen viele Optionen offen. Darüber hinaus hat diese Befestigungsart beste Allrounder-Eigenschaften.

Top Mount

Top-Mount bedeutet, dass die Achsen direkt unter dem Deck montiert sind. Dadurch liegt das Board sehr gut in Kurven. Diese Montageform wird häufig bei Carving-Longboards oder zum Sliden eingesetzt.

Top-Mount und Drop-Through im Vergleich

Longboard Montageform: Gegenüberstellung Drop-Through und Top-Mount

Schritt-für-Schritt zum richtigen Longboard

Longboard Ratgeber Kaufberatung: Infografik mit Tipps zum Longboard Kaufen

Auf den Geschmack gekommen? Im Longboard Test findest du die besten Boards aller Hersteller.

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